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Ich bin wieder da! Oder: Neustart

Nach guten zweieinhalb Jahren Blogpause kehre ich endlich zurück. Ich habe viele neue Ideen im Gepäck und kann es kaum erwarten, wieder so richtig durchzustarten! Zuerst erzähle ich euch, was in den letzten Jahren bei mir los war, bevor ich zum Elefanten im Raum komme: dem neuen Blog! Ich bin wieder da, und ich freue mich sehr auf den neuen Austausch mit euch.

Inhalt

Bloggen als Ventil
Was in den letzten 2 Jahren passiert ist
Aus WatchedStuff wird Buchstabensalat
Ich bin wieder da!

Bloggen als Ventil

Eigentlich wollte ich WatchedStuff „nur für ein paar Monate“ vom Netz nehmen, als im Mai 2018 die DSGVO in Kraft trat. Damals hatte ich eine Prüfungsphase im Studium und auch privat war so einiges los – und das Projekt „Blog an Datenschutzgrundverordnung anpassen“ wurde immer weiter nach hinten geschoben; die Prioritäten lagen zu dem Zeitpunkt einfach ganz woanders. Dann kam die nächste Jobsuche, eine neue Prüfungsphase, die „keine Lust“-Phase, wieder Arbeitsstress und noch mal Uniprüfungen. Je länger ich den Blog hintanstellte, desto mehr fehlte er mir. Dieses Ventil, die Möglichkeit, all meine Gedanken zu Büchern, Serien oder Filmen in die Welt hinaus zu schicken, das ist in den vier Jahren des Bloggens ein Teil von mir geworden. Und der wurde damals ganz plötzlich stumm geschaltet. So, als würdet ihr euer Handy auf lautlos stellen: Es sind war noch Impulse da, aber das Gerät ist einfach nicht in der Lage, euch mitzuteilen, was sich da in ihm anstaut.

Mit der Zeit ist dieses Mitteilungsbedürfnis etwas eingeschlafen. Ich habe viel über Twitter verfolgt und auch mal meinen eigenen Senf dazugegeben, wenn wieder große Diskussionen aufkamen.  Auf Instagram war ich bis zum Sommer 2020 nur spärlich aktiv, habe ab und an Schnappschüsse von der aktuellen Lektüre gepostet. Aktuell kommt wieder etwas frischer Wind in meinen Feed. Die Facebookseite für den Blog hatte ich schon länger wieder gelöscht, weil es dort einfach keinen richtigen Austausch gab und ich nicht nur multiplizieren wollte, was ich andernorts poste. Die Sozialen Netzwerke reichten also völlig aus, um mich mitzuteilen, warum sollte ich meinen Blog überhaupt wiederbeleben?

Inzwischen hatte ich jedoch mehrere Momente, in denen ich etwas zu sagen hatte; einen Beitrag in einer Diskussion leisten wollte, der über die 140 Twitter-Zeichen hinausgehen würde; meine Erfahrung mit einem Buch oder einer Serie beschreiben, aber keinen Roman unter ein Instagram-Foto tippen wollte (ich mag das Tippen auf dem Smartphone immer noch nicht). Das waren Momente, in denen ich diesen Blog vermisst habe: Die Möglichkeit, einfach einen langen Artikel zu schreiben, ohne dass die Finger verkrampfen oder der Twitter-Thread so lang wird, dass ihn niemand lesen mag. Schlicht und einfach die Möglichkeit, frei heraus zu schreiben, fehlte mir. 

Was in den letzten 2 Jahren passiert ist

Von außen betrachtet, ging mein Leben seinen üblichen Gang. Wer etwas genauer hinschaut, erkennt aber einige wichtige Veränderungen und Entwicklungen:

Ich bin umgezogen, aus einem kleinen Wohnheim in eine WG mit Mitbewohner. Jetzt habe ich nicht nur meine kleinen 10m², sondern eine echte Küche, ein Wohnzimmer, in das man auch Freunde und Familie einladen kann, und einen Balkon, auf dem Gemüse und Blumen sich wohlfühlen. Jetzt habe ich genug Platz, um meine kleine Bibliothek aus meinem Elternhaus zu mir zu holen. Ich kann spontan nach einem Buch greifen, auf das ich Lust habe, anstatt vorher meine Eltern am Telefon zum richtigen Buch zu dirigieren und auf das Päckchen zu warten. Nach den Jahren vorher fühlt es sich wie totaler Luxus an, auch jetzt nach über einem Jahr noch. 

Seit 2018 habe ich drei verschiedene Jobs gehabt, zeitweise auch zwei gleichzeitig: In Einzelhandel, selbstständig als Freie Mitarbeiterin in einem Redaktionsbüro und als Aushilfe im stationären Buchhandel. Dadurch habe ich unfassbar viel Ruhe im Umgang mit Menschen gewonnen. Wer mich persönlich kennt, der weiß, wie still ich oft bin. Wie unangenehm es mir ist, auf fremde Menschen zuzugehen. Nachdem ich jetzt mehrere Jahre hinter dem Tresen gestanden und Menschen bedient habe – und mir dabei Dinge zu hören bekommen habe, das glaubt ihr gar nicht! -, bin ich im Umgang mit Fremden viel offener und freier. Es schlaucht mich noch immer, aber ich kann mit Menschen reden, die ich 2 Sekunden kenne und ich kann mit unerwarteten Situationen umgehen. Der Abstecher in die Selbstständigkeit hat mir außerdem gezeigt, dass das Korrektorat zwar etwas ist, das ich gut kann, aber ich es nicht den Rest meines Lebens machen möchte. Dass mein Blick nach 15 Minuten am Arbeitsplatz zur Uhr zuckt und ich den Feierabend herbeisehne, ist einfach kein gutes Zeichen. 

Meine persönliche Entwicklung muss ich hier nicht groß ausführen, aber eines soll gesagt sein: Ich habe in den letzten Jahren viel mehr Zeit mit Freunden verbracht als bisher in meinem ganzen Leben. Und das ist keine Übertreibung. Zur Schulzeit habe ich in einem kleinen Dorf gewohnt, am äußersten Ende unseres Landkreises. Mit dem Bus war ich mindestens 20 Minuten von meinen Freunden entfernt, vorausgesetzt, es fuhr einer. Und meine Hobbys waren und sind nicht unbedingt kompatibel mit der Dorfjugend: Trinkspiele und Party machen stoßen mich so sehr ab wie Lesen und Serien schauen – still, allein – meine damaligen Schulfreunde. Deshalb habe ich in meiner Freizeit kaum Freunde gesehen.
Seit ich zum Studieren in eine andere Stadt gezogen bin, in ein anderes Bundesland und eine Gegend, in der die Menschen vollkommen anders sind als in meiner Heimat, hat sich das stark verändert. Ich habe Menschen gefunden, die sich für ähnliche Dinge interessieren wie ich oder die mich schlicht und einfach akzeptieren, wie ich bin. Seit meinem Umzug habe ich auch den Platz in meiner Wohnung, um Filmabende oder Spielenachmittage zu veranstalten, um zusammen zu kochen oder einfach bei leiser Musik zusammenzusitzen und zu reden. Es war mir im Vorfeld gar nicht bewusst, wie sehr die Wohnsituation das soziale Leben beeinflussen kann. Bei mir hat es sich aber definitiv zum Besseren entwickelt!

Dieser Post ist entstanden, als ich mich vor einigen Wochen in der stressigsten und wichtigsten Prüfungsphase meiner bisherigen schulischen und akademischen Laufbahn befand: Ich habe meine Bachelorarbeit geschrieben. Eine Abschlussarbeit. Die Arbeit, die ein Gütesiegel unter die letzten 5 Jahre meines Lebens setzen soll. In solchen Situationen, in denen der Druck nicht nur beinah körperlich spürbar ist und jede Unterhaltung irgendwann auf das Thema Abschlussarbeit stößt, vermisse ich dieses Ventil so sehr, dass ich mich an den Laptop setze und den Blog aufrufe. Meine alten Artikel lese. Mich über das ganze Gesicht grinsend über Lieblingsbücher freue oder an den Moment erinnere, in dem ich einen Beitrag geschrieben habe. Inzwischen habe ich meinen Bachelorabschluss in der Tasche und dieses Kapitel meines Lebens in einer letzten Stressphase abgeschlossen. Mein Blick geht jetzt nach vorn, in Richtung Masterstudium. Und in Richtung Bloggen. Allerdings gefällt mir der Blogname nicht mehr: WatchedStuff.

Aus WatchedStuff wird Buchstabensalat

„WatchedStuff“ war damals, im Frühjahr 2014, eine spontane Idee. Ich wollte nicht nur über Bücher, sondern auch über alles andere, was ich sehe und was mir gefällt, schreiben. Also Zeug, das ich gesehen habe. Watched stuff. Wie blöd der Name ausgesprochen klingt – und wie schwer es ist, ihn als nicht-MuttersprachlerIn deutlich auszusprechen -, das hatte ich gar nicht bedacht. Es war ja nie geplant, dass ich irgendwem von diesem Projekt erzähle, geschweige denn dass er mir Tür und Tor zur Buchbubble öffnet. Inzwischen ist der Blog aber gut gewachsen und gediehen, hat seine Fühler in die neuen, bunt schillernden Sozialen Netzwerke ausgestreckt und hat sich zumindest einen neuen, schillernden Namen verdient. Und eine optische Generalüberholung. 

Deshalb wurde aus dem Aufwecken des alten, stillgelegten WatchedStuff-Blogs ein ganz neues Projekt. Die eigene Domain, eine neue Optik und ganz besonders ein neuer Name standen ganz weit oben auf meiner To-Do-Liste. Ich habe lange überlegt, aber Buchstabensalat war der Gewinner meiner Namenssuche. Und er gefällt mir ziemlich gut: Buchstaben finden sich in Büchern, im Gesprochenen von Serien und Filmen, in meinem Studium und wahrscheinlich in allem anderen, worüber ich eventuell schreiben werde. Als Buchstabensalat werden Rätsel bezeichnet, in denen waagerecht, senkrecht oder diagonal Wörter in einem Gewusel aus Buchstaben gefunden werden können. Ein organisiertes Chaos sozusagen, und das könnte ich mir eigentlich als Motto setzen, jetzt, da ich genauer drüber nachdenke … 

Ich bin wieder da!

Dieser neue Blog, Buchstabensalat.net, ist noch nicht vollständig ausgereift. Es gibt noch viele Details zu bearbeiten, hunderte von Links, die ins Leere führen oder Bilder, die im neuen Theme nicht richtig angezeigt werden. Ich habe die meisten Beiträge von WatchedStuff beim Umzug zu Buchstabensalat.net mitgenommen, aber einiges an der Struktur verändert. Die Menüs haben neue Ebenen, ein neues E-Mail-Abosystem ist eingerichtet und ein neues Bloglogo musste her. Noch immer ist nicht alles fertig, denn, wie gesagt, die letzten Monate waren wirklich, wirklich stressig. Ich arbeite jedoch in kleinen Häppchen daran, alles anzupassen und zu polieren und in einigen Wochen wird es alles so sein, wie es soll. Bis dahin habt bitte Geduld mit mir und falls ihr Fehler findet – zum Beispiel Links, die noch zum alten Blog führen oder Beiträge, die total zerschossen sind -, dann schreibt mir einfach eine kurze E-Mail und ich kümmere mich direkt darum. Bei über 400 Beiträgen rutscht mir bestimmt etwas durch. 

Jetzt, mit Buchstabensalat.net in den Startlöchern, werde ich mich in den nächsten Wochen und Monaten dem Stapel aus Ideen und Entwürfen widmen, der über die Jahre eine beachtliche Größe angenommen hat. Ich werde einen Redaktionsplan führen, damit mein Content eine gewisse Regelmäßigkeit bekommt. In den Sozialen Netzwerken werde ich weiterhin aktiv sein. Ab und zu frage ich bestimmt nach euren Wünschen für neue Beiträge oder finde Wege, um euch selbst zu Wort kommen zu lassen. Buchstabensalat.net soll, wie vorher auch WatchedStuff, ein Ort des Austauschs sein und für eine unterhaltsame Zeit sorgen – für euch genauso wie für mich. 

Titelbild: Photo by Dmitrij Paskevic on Unsplash
Beitragsbilder: (1) Photo by Kimberly Farmer on Unsplash. (2) Photo by Debby Hudson on Unsplash. (3) Canva-Beispielbild.

2 Kommentare

  1. Willkommen zurück in der Bloggerwelt. 😊
    Der neue Name gefällt mir sehr. Passt ja auch perfekt zu einem Buchblog!
    Ich hab übrigens mal versucht, einen Redaktionsplan für meinen Blog zu erstellen, aber irgendwie hat das für mich nicht funktioniert. Meine Artikel entstehen meistens spontan, wobei ich mir oft auch Artikelideen aufschreibe bzw. schon mal in WordPress einen Entwurf mit dem Titel des Artikels anlege. Ich sollte die Entwürfe wohl mal aufräumen – oder einfach mal die Artikel schreiben!

    • Danke für das Willkommen. 🙂
      Ich bin auch noch nicht ganz sicher, wie der Redaktionsplan aussehen wird – aber regelmäßig mindestens einmal im Monat sollte drin sein.
      Das mit den vielen Entwürfen kenne ich gut. Ich speichere mir gerne Ideen als Titel ab und muss dann manchmal hart nachdenken, was genau ich damit meinte. 😀

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