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Ab und zu ist mir nicht nach Romanen, sondern mein Gehirn verlangt nach schnell gelesenen und optisch leicht zu verarbeitenden Stoffen – da fällt meine Wahl gern mal auf Mangas oder Comics. Was genau ich eigentlich von Death Note 01 erwartet hatte, kann ich gar nicht konkret benennen – bekommen habe ich es jedenfalls nicht. Ich war neugierig, weil der Name der Reihe schon so bekannt ist und besonders mit der Netflix-Realverfilmung auch ein Publikum erschlossen wurde, das sonst mit Mangas oder Anime nichts am Hut hat. Man kam im Internet quasi nicht mehr daran vorbei.
Schnell wurde offensichtlich, dass der grafische Stil des Mangas nicht wirklich meinen Geschmack trifft, was leider dazu führt, dass es mir schwer fällt, die Geschichte wirklich zu mögen. Bei Mangas ist mir einfach wichtig, dass beide Ebenen – Text und Bild – passen. Besonders diese feinkörnige Folierung, die intensiv für Schatten, dunklere Farben, das Erzeugen von Räumlichkeit etc. genutzt wurde und durch diese ständige Wiederholung alles zu einem Einheitsbrei machte, oder die ausdruckslosen Gesichter, die irgendwie trotz aufgerissener Augen oder kleinem Lächeln immer gleich aussehen, machten es mir schwer, irgendwie eine Bindung zu den Figuren aufzubauen.
Das ist keine Besonderheit für Death Note 01 gegenüber anderen Mangas: Leider merke ich das oft bei Action oder Crime Themen, die mit Schnelligkeit und eben auch hektischen, scharfkantigen Bildern arbeiten. Ich hatte die Hoffnung, dass es hierbei mein Lesen nicht so sehr beeinflussen würde, weil der Fokus so sehr auf dem Innenleben des jugendlichen Protagonisten liegt.
Die Geschichte an sich ist in diesem ersten Band, der natürlich auch die Einleitung zur Reihe ist, nicht außerordentlich spannend, aber einzigartig. Tatsächlich würde ich gern wissen, wie es weiter geht. Da mir die Optik des Mangas aber nicht gefällt, versuche ich mein Glück vielleicht mit einem anderen Medium; der Realverfilmung oder dem Anime (in der Hoffnung, dass letzterer sich im Zeichenstil genug von der Vorlage unterscheidet).
Titel: Death Note
Autor*in: Takeshi Obata, Tsugumi Ohba
Übersetzung: Kay Hermann
Reihe/Band: Death Note 1
Verlag: Tokyopop
Gerne/Themen/Tropes/Altersempfehlung: Mystery, ab 16 Jahren
Preis: Meine alte Ausgabe ist vergriffen. Eine neue Ausgabe findest du hier bei Genialokal.
ISBN: 978-3-86580-611-6
Erschienen: 28.08.2006
gelesenes Format: Taschenbuch
Umfang: 208 Seiten
Besonderheit: –


