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#Mangamonat Kurzrezensionen: Egmont

An diesen Manga hatte ich große Erwartungen – mein Kumpel schwärmte mir ja schon länger von dem Anime vor und hat auch die Review für letzten Sonntag geschrieben. Rein optisch wurden diese Erwartungen erfüllt, denn das Artwork gefällt mir sehr. Gerade der Anfang sieht gemalt aus, nicht gedruckt. Es gibt auch im weiteren Verlauf der Kapitel ab und zu kleine charmante Makel, die erkennen lassen, dass die Panele eben von Hand gezeichnet und nicht maschinell gebastelt wurden.

Storytechnisch wurde ich allerdings enttäuscht. In typischer Slice of Life-Manier blicken wir in das Leben von zwei sehr unterschiedlichen Teenagern, die durch einen Körpertausch (Freaky Friday lässt grüßen) ein bisschen Pepp in ihr bisher langweiliges Leben bekommen. Mir ist die Handlung zu leer, zu seicht. Vielleicht kommt in den folgenden Bänden noch mehr, vielleicht ist der Anime einfach besser als der Manga. Für den Moment habe ich jedenfalls nicht das Bedürfnis, den Manga weiter zu lesen, weil die nette Idee so schwach umgesetzt wurde. Nicci von Trallafittibooks ist übrigens anderer Meinung.

Rainbow Days hat mich ziemlich enttäuscht, obwohl ich vielleicht auch damit hätte rechnen können. Die Geschichte handelt von pubertierenden Jungs, die sich eine Freundin angeln, die bereits vorhandene Freundin behalten oder gleich mit mehreren Mädchen jonglieren wollen. Im Fokus ist dabei Natsuki, der durch einen anfangs unglücklichen Zufall seine Angebetete findet. Interessant fand ich dabei, dass zur Abwechslung mal ein Junge der Protagonist einer Liebesgeschichte ist. Bisher habe ich eher von weiblichen Hauptfiguren mit dieser Thematik gelesen. In Kombination mit seinen Freunden ging mir Natsuki aber tierisch auf den Keks und die schwer erträglichen Charaktere haben so manche Szene vermiest, die ansonsten wirklich schön gewesen wäre.

Das schöne Artwork und der Spannungsbogen haben die Geschichte zwar leicht lesbar gestaltet, aber mein Spaß hielt sich in Grenzen.

Taboo Tattoo dagegen hielt, was es versprach: Eine spannende Geschichte, die unter meinen bisherigen Manga-Erfahrungen ihresgleichen sucht, mit einem interessanten Ansatz an Militärkonflikte Japans mit dem Westen. Das alles verpackt in ein bisschen Magie und viele mysteriöse Figuren. Ich bin echt neugierig auf das Ende, aber nicht unbedingt auf die Fortsetzungen. Ergibt das einen Sinn? Nach dem Motto, der Weg ist NICHT das Ziel.

Das Artwork ist hart, kantig und teilweise schon aggressiv. Das passt einerseits zur Story, andererseits ist es nicht unbedingt das, was mir gefällt. Die Atmosphäre passt allerdings, weshalb ich darüber gar nicht meckern möchte. Die Story beinhaltet – logisch bei der Thematik – Kämpfe und Prügeleien, die meiner Meinung nach zu sehr in die Länge gezogen wurden. Ich finde, dadurch gingen zu viele Seiten drauf, die man für Hintergrundinformationen oder – ganz gewagt – mehr Plot hätte verwenden können.

Ein netter Bonus ist die Sammelkarte, die der ersten Auflage beiliegt.

Auf Graffiti of the Moment habe ich mich besonders gefreut, weil dieser Manga a) ein wunderschönes Cover hat und b) das Thema, um das sich die gesamte Handlung dreht, das Feuerwerk ist. In der japanischen Kultur spielen Feuerwerke eine große Rolle (Sie heißen dort Hanabi, jap. 花火, „Blumen aus Feuer“. Schön, nicht?). Das bedeutet, dass keine Liebesgeschichte im Fokus steht, kein unnötiges Drama.

Letztendlich beinhaltete Graffiti of the Moment weniger Fantasy als erwartet, aber eine trotzdem sehr interessante Story, die mit gut eingesetzten Flashbacks und einem wirklich schönen Artwork überzeugen kann.

Der Einzelband Love Drops versprach leider wesentlich mehr, als er halten konnte. So angenehm das Artwork auch für das Auge war – Manga leben auch von ihrer Geschichte, nicht nur von ihren Bildern. Der Ansatz war interessant – eine Droge ähnlich wie ein Liebestrank sorgt für Trubel bei einem unwillentlich zusammengeworfenen Paar – aber die Story war einfach zu langweilig umgesetzt.

Zusätzlich war die Shonen Ai-Geschichte recht kurz und die übrigen Seiten wurden mit Bonusmaterial und Kurzgeschichten gefüllt. Das ist ja erst mal nicht schlimm sondern, ganz im Gegenteil, ganz nett. Da die Geschichten aber weder voneinander noch von der Hauptgeschichte durch Titelblätter oder andere leicht erkennbare Elemente getrennt waren, verschwommen die Grenzen und ich war irgendwann einfach nur noch verwirrt, weil das eine nicht zum anderen passte. Getrennt waren die Abschnitte nur durch kleine Titel im ersten Panel der jeweiligen Geschichte, maximal 1 cm groß. Da diese Kurzgeschichten teilweise auf der linken Seite einer Doppelseite anfingen und der Stil derselbe war, habe ich die Trennungen teilweise einfach übersehen.

Also hielt Love Drops für mich nicht nur Langeweile, sondern auch noch Verwirrung bereit – nicht so ganz das, was ich mir erhofft hatte …

4 Kommentare

  1. Hey!
    Danke fürs Verlinken meiner your name Rezension 🙂
    Grundsätzlich stimme ich dir zu, ich fand die Idee auch „nur“ nett“, aber ich denke, dass die Fortsetzungen noch einiges bereit halten werden 🙂 Ich werde sie somit auf jeden Fall lesen.

    Vermutlich kommen die Emotionen im Film (und auch im Roman) besser rüber, aber das hatte ich ja schon in meiner Rezension erwähnt.

    Liebe Grüße,
    Nicci

  2. Hallöle ?

    Ich habe „Your Name“ im Kino gesehen und der Film hat mich sooooo berührt… Das war echt ein unglaubliches Gefühl.

    Den Manga möchte ich ich deshalb auch noch unbedingt lesen und vielleicht den Roman ebenfalls.

    Liebe Grüße,

    Donatha

  3. karin

    Habe ich gerade in der Kinowerbung entdeckt.

    LG..Karin..

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