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Eine mutmachende Geschichte voller Magie mit kniffligen Rätseln – Dein magisches Buch passt perfekt für die Altersgruppe!
Zunächst war ich etwas besorgt, wie Dein magisches Buch die eigentliche Geschichte mit der Botschaft von Selbstbewusstsein und Mut verknüpfen würde: sehr oft wirkt es dick aufgetragen und wie ein nachträglich eingefügter Gedanke, damit ein Buch nicht einfach nur ein Abenteuer enthält, sondern auch eine Moral. Dadurch erscheinen mir solche Elemente oft irgendwie unpassend zur Geschichte.
Hier hat Nica Stevens aber einen ganz guten Mittelweg gefunden: Die Geschichte von Milo dient als Beispiel, als Vorbild, während Dein magisches Buch im Anschluss an jedes Kapitel die „Lektionen“ aufgreift und etwas deutlicher formuliert. In Form von „Pandoras Weisheiten“ sind dann noch weitere Ratschläge eingestreut. Das hat zwar stellenweise einen ziemlich belehrenden Charakter, aber weil es außerhalb der eigentlichen Story passiert, stört es mich nicht so sehr wie erwartet.
Besonders in Kombination mit den 14 Rätseln, aus deren Ergebnissen ein Lösungswort gebildet werden soll, passen diese ergänzenden Elemente ziemlich gut. Ich muss gestehen, bei einigen der Rätselaufgaben bin ich doch etwas ins Knobeln gekommen oder musste in meiner eBook-Version an die Suchbilder heranzoomen, was mit dem gedruckten Buch nicht möglich sein wird. Ich hoffe, die Bilder werden eine hervorragende Auflösung haben, denn die Lösung ist im Buch nicht enthalten. Sie ergibt sich zwar am Ende aus dem Zusammenhang, doch für die rätselnden Kinder könnte es frustrierend werden, die Lösung für einzelne Aufgaben nicht herausfinden zu können – zumal Selbstzweifel mit diesem Buch eigentlich abgebaut werden sollen.
Milos Geschichte ist an sich nichts total Besonderes; ich habe einige Elemente aus anderen Büchern wiedererkannt: Eragon, Harry Potter (lies auch: meine Rezension zur Schmuckausgabe von Harry Potter und der Stein der Weisen) und noch etwas drittes, das mir bekannt vorkommt, ich aber nicht klar benennen kann. Das Design von Milo erinnert mich an den Animationsfilm Arthur und die Minimoys. Für diesen Umfang und die Zielgruppe aus achtjährigen Lesenden ist das aber meiner Meinung nach in Ordnung.
Die Message ist klar und deutlich zu erkennen und es gibt viele Szenen, mit denen sich die jungen Lesenden identifizieren können: das Gefühl vom Anders-Sein durch Aussehen, Herkunft oder Fähigkeiten, Zweifel an den eigenen Fähigkeiten, Ängste, fehlender Zuspruch, um nur die offensichtlichsten zu nennen. An diesen Punkten setzt Dein magisches Buch an und reicht die helfende Hand voller Empathie und „du bist gut so, wie du bist. Glaub an dich.“
Den Plottwist am Ende habe ich nicht kommen sehen, obwohl ich die ganze Zeit gegrübelt habe, was es denn nun mit diesem namenlosen Buch voller Ratschläge und Rätsel auf sich hat. Das ist sehr gut gelungen!
Auch die nebenbei erwähnte Möglichkeit, das Buch im eigenen Regal stehen zu lassen und wieder danach zu greifen, wenn man sich verloren fühlt und eine Art warme Umarmung braucht, finde ich super. (Besonders in der heutigen Konsumgesellschaft, in der es immer etwas Neues sein muss und die Wertschätzung von Bekanntem verdrängt wird, finde ich diesen deutlichen Hinweis durchaus angemessen. Denn: Die positiven Auswirkungen auf die mentale Gesundheit durch das Lesen oder Schauen eines bereits bekannten Buches, Films oder einer bekannten Serie sind inzwischen erforscht!)
Insgesamt ist der sprachliche Stil gut gelungen. Selbst wenn die deutlichen grafischen Abgrenzungen mit Hintergründen und Schriften nicht wären, könnte man doch deutlich unterscheiden, ob gerade Milos Geschichte erzählt wird oder das Buch mit seinen Rätseln spricht.
Das einzige, was mir an Dein magisches Buch nicht recht gefallen will, sind die Illustrationen. Das ist immer Geschmackssache, natürlich, aber ich möchte es zumindest erwähnen. Die Zeichnungen wirken manchmal unfertig; die Buntstiftstrukturen sind deutlich erkennbar und wahrscheinlich auch gewollt. Ich habe anhand des Covers einfach einen anderen Stil erwartet, mehr perfektionierte, „polierte“ Bilder und weniger diesen etwas kindlich wirkenden Buntstiftstil. Das ist mir insbesondere in den seitenfüllenden Illustrationen in Milos Kapiteln aufgefallen, dort gefällt mir die Darstellung zum Beispiel von Pandoras Haaren oder den Gesichtern nicht; die Rätsel und kleinere Bilder gefallen mir weitaus besser.
Vielen Dank an NetGalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Titel: Dein magisches Buch
Autor*in: Nica Stevens
Illustrationen: Kristina Kister
Reihe/Band: –
Verlag: Ueberreuter
Gerne/Themen/Tropes/Altersempfehlung: Mitmach-Buch, Rätsel, Fantasy, Abenteuer, Gut-gegen-Böse, Magie, Selbstfindung, ab 8
Preis: 15,00 €
ISBN: 978-3-7641-5284-0
Erschienen: 15.07.2025
gelesenes Format: digitales Rezensionsexemplar, gebunden erhältlich
Umfang: 128 Seiten
Besonderheit: Mitmach-Buch mit vielen bunten Illustrationen und Rätseln







[…] Charaktere, Mika eingeschlossen, fand ich nicht so gut gelungen. Dass sich der Roman Immerland an ein „nur“ zwölfjähriges Publikum richtet, ist für mich kein Grund für so eindimensionale Figuren. Mit sehr wenigen Ausnahmen waren alle […]