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[Rezension] Die Zwerge | Markus Heitz

csm_produkt-12658_670f8e109cVerlag: Piper
Format: TB im Schuber
Seitenzahl: 640
Erschienen: 01.09.2016
ISBN: 978-3-492-28101-0
Preis: 10,00€
Erworben: September 2016. RezEx des Verlags.

Erste WorteWeißer Nebel füllte die Schluchten und Täler des Grauen Gebirges. Die Gipfel der Großen Klinge, der Drachenzunge und der anderen Berge erhoben sich trotzig aus dem Dunst und reckten sich der Abendsonne entgegen.
Zögernd, als fürchtete es sich vor den schroffen Felsen, stieg das Gestirn herab und erhellte den Nordpass mit seinem dunkelroten, schwächer werdenden Licht.

Inhalt »Die Zwerge« sind die meistgekaufte deutschsprachige Fantasyserie unserer Zeit. Über fünf Bände hat Markus Heitz die Abenteuer des einfachen Schmiedegesellen Tungdil erzählt, der zum unsterblichen Helden eines ganzen Volkes wird. Im Kampf gegen dunkle Albae, Verräter in den eigenen Reihen und zwielichtige Magier beweisen Tungdil und seine Verbündeten, dass auch die Kleinen ganz Großes leisten können. Erstmals liegen nun alle fünf Bände in einmaliger Sammlerausstattung vor. Quelle

Meine Meinung Warum ich dieses Buch lesen wollte / musste, habe ich in diesem Beitrag zur Gemeinsam Lesen-Aktion ja bereits erklärt. Seit gut zwei Monaten habe ich nun daran geknabbert und kann euch jetzt endlich verraten, wie es mir erging.

Ich bin noch immer eher ein Neuling im Bereich der High Fantasy. Tolkiens Der Herr der Ringe, DAS Werk der High Fantasy, habe ich angefangen, aber irgendwann im zweiten Band abgebrochen und auch das ist schon ein paar Jährchen her. Das ist dann aber auch eigentlich mein ganzer Ausflug in dieses Genre gewesen. Ich bin eher in der Urban Fantasy zuhause. Daher sind Die Zwerge etwas, woran ich mich erst mal gewöhnen musste. Doch auch dann gab es noch einige Aspekte, die mir nicht recht gefallen haben. Zum einen ist da die Tatsache, dass man zum Lesen jede Menge Geduld braucht. Und geduldig bin ich nun nicht gerade … Versteht mich nicht falsch, daran ist an sich nichts verkehrt. Ich bin es nur nicht gewohnt, dass es lange dauert, bis Person A an Ort X angekommen ist, obwohl während der Reise nichts allzu aufregendes passiert. Ich möchte das mal mit den Filmen vergleichen – bitte, springt mir jetzt nicht an die Kehle! -, denn ich finde, das passt ganz gut. Während der Herr der Ringe-Filme hat sich niemand beschwert, wenn die Kamera mal für ein paar Sekunden in der Vogelperspektive über das Land gewandert ist und dabei viele eigentlich irrelevante Details dargestellt wurden oder wenn man als Zuschauer die Hobbits während ihrer Reise auch bei unwichtigem Gesprächsstoff belauscht hat. Das waren Momente, die eigentlich unnötig für die Handlung waren, aber schön anzuschauen oder ein gewisses Gefühl von Normalität in das große Chaos gebracht haben. Aber wenn diese Filme beim Lesen in meinem Kopf ablaufen, sind solche Momente einfach langweilig oder schlicht überflüssig. Ich habe mich so auch bei diesem Buch viel zu oft gefragt, ob dieser Gesprächsfetzen denn nun wichtig ist oder wann denn endlich mal etwas wirklich spannendes passiert. Ich bin nun mal eher die Romane gewohnt, in denen es mit Ausnahme von kleinen Hängern ziemlich Schlag auf Schlag geht.

Einerseits ist es gut, dass die Handlung nicht nur kaum, sondern überhaupt nicht durchschaubar war. Es ist mir schon lang nicht mehr passiert, dass ich während der Lektüre des gesamten Romans nur ein- oder zweimal eine korrekte Ahnung hatte. Andererseits kommt es mir dabei auch so vor, als würde ich auf der Stelle treten. Das hat nichts mit der Durchschaubarkeit zu tun, sondern mit dem Schreibstil. Während Tungdil und später auch seine Kumpanen meilenweite Strecken zurücklegen, komme ich mir so vor, als würde sich nichts verändern, als käme die Handlung einfach nicht in Schwung. Und diesen Eindruck hatte ich etwa 400 Seiten lang. Wenn man nun bedenkt, dass das Buch darüber hinaus nur etwa 240 Seiten mehr zu bieten hat, ist das ganz schön schwach.

Nun kann ich das Buch aber auch nicht richtig schlecht bewerten. Denn diese übrigen Seiten haben mich doch davon überzeugen können, dass die Idee, die hinter dieser ganzen Welt und seinen Bewohnern steckt, so durchdacht und komplex ist, dass es eben seine Zeit dauert, um das alles einzuführen und zu erklären. Einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt es dennoch, denn durch Hörensagen habe ich erfahren, dass die ersten Bände der Reihe die besten sein sollen, dass sich z. B. die Spannung kontinuierlich abbaut. Ob mir die Folgebände also besser gefallen, ist sehr fraglich.

Die Zwerge können es zwar nicht direkt mit Dem Herrn der Ringe aufnehmen, aber sie sind nah dran. Die Handlung ist vielschichtig und kaum durchschaubar, die Völker erfüllen zwar einige Klischees, sind aber doch eigen genug, um diese Romanreihe von der Masse abzuheben, der Held ist sehr menschlich – obwohl er doch ein Zwerg ist.

Ich denke, wenn ich die Reihe durchgelesen habe, werde ich etwas mehr Geduld für – was auch immer diese Geduld erfordert – aufbringen können, denn diese wird durch das Lesen ordentlich trainiert. Dennoch brauche ich echt lang zum Beenden eines Bandes, es werden also sicherlich ein paar weitere Bücher dazwischen geschoben …

Fazit Ein im Grunde gutes Buch, dessen Wert in meinen Augen aber durch meine mangelnde Geduld sinkt. Dennoch macht das Ende neugierig auf die Fortsetzung.

Punkte-3

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  1. Das ist auch mein größter Kritikpunkt an epischer Fantasy. Die Autoren nehmen das EPISCH einfach zu wörtlich. Man muss nicht jeden Stein beschreiben, der am Wegesrand liegt. Ich kenne bisher nur einen einzigen Autor epischer Fantasy, bei dem jedes einzelne Wort die Geschichte vorantreibt. Ja, auch bei ihm sind die Handlungsstränge extrem verwoben und man braucht lange, bis man beginnt das gesamte Bild zu sehen, aber jede einzelne Szene ist so spannend, dass ich mir immer wieder auf den Nägeln kaue. Und dabei ist dieser Autor (William L. Hahn) nahezu unbekannt. Tapfer, dass du nicht aufgegeben hast. 😀

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