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Rezension: Lessons from a One-Night-Stand | Piper Rayne

etwa 9 Minuten Lesezeit

Besser spät als nie: Diese Rezension habe ich schon vor einigen Jahren während meiner Blogpause geschrieben und nun überrascht festgestellt, dass ich sie nie gepostet habe. Höchste Zeit, das zu ändern!

Als ich die Leseprobe von Lessons from a One-Night-Stand gelesen habe, erwartete ich den gleichen 08/25-Einheitsbrei, der sich momentan in dem Genre breit macht. Bekommen habe ich eine Geschichte, die erst nach dem titelgebenden One Night Stand beginnt und sich mit den Konsequenzen auseinandersetzt, die eine solche Entscheidung in einer Kleinstadt eben nach sich zieht.

Worum geht es in Lessons from a One Night Stand?

Holly Radcliffe hätte nie gedacht, dass ihr One-Night-Stand am ersten Tag in der neuen Stadt solche Wellen schlagen würde. Doch ihr kleines Abenteuer mit dem Highschool-Coach Austin Bailey ist nach kürzester Zeit Stadtgespräch. Holly hatte gehofft, dass sie Austin nie wiedersehen würde, aber als Schulleiterin ist sie seine neue Chefin. Blöd nur, dass ihr verräterisches Herz schneller schlägt, sobald sie ihm begegnet.

Quelle: Verlag

Die Handlung von Lessons from a One-Night-Stand ergibt Sinn: Erschrecken beim ersten Wiedersehen im Job, Andeutungen und kleine Sticheleien, der Buschfunk einer Kleinstadt, verwirrte Freunde und Familie und vor allem natürlich tolle Chemie zwischen den Protagonist*innen.

Letztere sind mir jedoch leider etwas zu blass und leblos. Klar, wir erfahren, warum Austin mit seinen Geschwistern zusammenlebt und welche Träume er verfolgen will. Wir lernen auch, warum es Holly in den kalten Norden verschlagen hat, obwohl sie die Kälte gar nicht mag, und dass sie in Stresssituationen gern Möbel „restauriert“ (mal ehrlich, ein bisschen schmirgeln und neu lackieren ist nicht wirklich restaurieren, oder?). Ansonsten wissen wir aber gar nichts über die Menschen, die im Fokus der Geschichte stehen. Das finde ich ziemlich schade, weil das dafür sorgt, dass es etwas schwierig ist, ihre Entscheidungen nachzuvollziehen oder sich gar in sie hineinzuversetzen.

Die Nebenfiguren, die die Romanze zwischen Holly und Austin eigentlich nur einrahmen sollten, finde ich persönlich fast interessanter. Es ist leicht zu durchschauen, dass Lessons from a One-Night-Stand der Auftakt einer Reihe werden soll, in der pro Buch ein Mitglied der Bailey-Familie sein passendes Puzzlestück findet. Das ist per se nicht schlecht, aber es lenkt von der eigentlichen Romanhandlung ab, wenn all die Figuren eingeführt werden, auf die wir uns eigentlich erst drei, vier Bücher später konzentrieren wollen. So wirkt Lessons from a One-Night-Stand eher wie eine Einleitung zu einer viel zu langen Familienstory und nicht wie eine stand-alone Liebesgeschichte, die sie ja eigentlich ist.

Es gibt eine gute Portion Erotik, da die beiden Protagonist*innen eben, wie bei diesem Titel zu erwarten war, nicht wirklich die Finger voneinander lassen können, und es werden auch ordentlich Klischees bedient – hier werde ich keine Beispiele nennen, um Spoiler zu vermeiden.

Gut gefallen hat mir das Setting in einer Kleinstadt, in der jeder jeden kennt und die Gerüchteküche brodelt. Mich hat das Ganze etwas an Stars Hollow aus der TV-Serie Gilmore Girls erinnert.

Das Online-Klatschmagazin, das so einige Probleme verursacht, erinnerte dagegen an ein Äquivalent aus Gossip Girl (die Serie habe ich schnell abgebrochen, daher kann ich dazu nicht allzu viel sagen, aber positiv habe ich das nicht unbedingt in Erinnerung), mit dem Unterschied, dass die Meldungen wie bei Snapchat oder WhatsApp-Stories nach 24 Stunden wieder verschwinden. Das ist zwar ein interessanter Aspekt, den ich so noch nirgends gelesen habe, wirkte aber irgendwie fehl am Platz in dieser alteingesessenen Gemeinschaft und der etwas altmodisch angehauchten Kleinstadt. Es hätte eher in eine moderne Stadt, die niemals schläft, gepasst als an einen Ort, der jedes Jahr zu Ehren einer einzigen Familie ein ganzes Stadtfest veranstaltet, inklusive Wagenkolonne und Sahnetorten-Werfen…

Toll fand ich, dass die Geschichte aus beiden Perspektiven, der von Holly und der von Austin, erzählt wurde. So wissen wir Leser*innen direkt, wenn es Missverständnisse gibt oder jemand etwas verheimlicht, aber kennen auch die Beweggründe und Emotionen der Figuren. Manchmal wollte ich die beiden Bud-Spencer-mäßig mit den Schädeln aneinander krachen lassen, weil sie so strohdoof waren, aber das ist kein einzelnes Phänomen, sondern das erlebe ich bei vielen Liebesromanen. 🙂

Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, während ich Lessons from a One-Night-Stand auf zwei relativ kurzen Zugfahrten komplett verschlungen habe. Insgesamt habe ich vielleicht viereinhalb Stunden gelesen. Das erwähne ich aus folgendem Grund: je schneller ich ein Buch lese, desto besser gefällt es mir – mir werden beim Lesen keine Steine, sprachlicher oder inhaltlicher Natur, in den Weg gelegt. Es gab natürlich ein paar Punkte, die ich überflüssig oder störend empfand, aber das einzige, was mir wirklich negativ auffiel, war die Oberflächlichkeit der Hauptcharaktere. Ich hoffe, dass die Folgebände hier etwas mehr in die Tiefe gehen und bin gespannt, wie sich die Familienmitglieder der Baileys in Gefühle und Romantik verstricken werden.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an vorablesen.de!

Titel: Lessons from a One-Night-Stand
Autor*in: Piper Rayne
Übersetzung: Cherokee Moon Agnew
Reihe/Band: Baileys-Serie, Band 1 von 9
Verlag/Plattform: Ullstein Forever
Gerne/Themen/Tropes/Altersempfehlung: Liebe, Freundschaft

Preis: 4,99 € (Hier geht’s zu Genialokal.)
ISBN: 9783958185173
Erschienen: 02.06.2020
gelesenes Format: eBook
Umfang: 380 Seiten

Beide waren mir sympathisch, aber entwicklungstechnisch hat sich über das Buch nicht viel getan. Es gab zwar das ein oder andere Klatsch und Tratsch Thema oder Familien-Dramen… aber im großen und Ganzen hatte ich den Eindruck, dass nicht wirklich viel passiert ist. Man wusste von vornherein, dass Holly und Austin zusammenkommen werden und das sind sie auch. Und die Dramen dazwischen waren irgendwie nicht so richtig spannend. Schade…

Lessons from a One-Night Stand is steamy, entertaining, and a really fun read. Piper Rayne created an amusing small town with a gossip mill to rival any other along with anticipation, heat, humor, and plenty of family. Piper Rayne developed a great cast of characters in Austin’s family that I’m looking forward to following throughout this series.

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