Zum Inhalt springen

Rezension: The Things Gods Break. Schattenverführt 2 | Abigail Owen

etwa 6 Minuten Lesezeit

Nach dem fiesen Cliffhanger von Band 1, The Games Gods Play, war ich extrem neugierig auf diese Fortsetzung – es ist lange her, dass ich derart gespannt auf einen zweiten Band gewartet habe. Und das Beste? The Things Gods Break enttäuscht nicht!

Weil The Things Gods Break der zweite Band der Reihe Schattenverführt ist, enthält diese Rezension, ebenso wie der Klappentext, kleine Spoiler für Band 1, The Games Gods Play. Meine Meinung zum ersten Band findest du hier.

Worum geht es in The Things Gods Break?

Lyra hätte es eigentlich besser wissen sollen, als sie sich mit Gottheiten auf Wortgefechte eingelassen hat. Oder sich in den König der Unterwelt verliebt hat. Und trotzdem findet sie sich im Tartaros in einem göttlichen Todesmatch wieder, bei dem sie der verfluchte sterbliche Preis ist und gegen Monster antreten muss, die all ihre vorherigen Gegner barmherzig wirken lassen. Der Tartaros ist das Gefängnis der Titanen, die nach Jahrhunderten in Gefangenschaft auf Rache sinnen. Sie muss sich befreien, ohne die Titanen entkommen zu lassen und bevor Hades jede Regel bricht, die die Gottheiten je geschrieben haben. Denn um Lyra zu retten, würde der Gott der Toten die Welt in Schutt und Asche legen.

Quelle: Verlag

Wie schon im ersten Band rasen wir auch in The Things Gods Break nur so mit Lyra durch die Geschichte, einem unbekannten Strippenzieher hinterher und immer auf der Suche nach einem Weg, aus dem Tartaros herauszukommen und zu Hades zurück zu gelangen. Es hat mir großen Spaß gemacht, Lyras kurze Zeitreisen in verschiedene Momente der Vergangenheit zu verfolgen. Diese werden ausgelöst durch eine mysteriöse Macht im Tartaros. Der Schmetterlingseffekt (eine Kleinigkeit in der Vergangenheit zu verändern kann große Auswirkungen auf die Gegenwart haben) spielt eine wichtige Rolle, sodass Lyra nach und nach begreift, warum sich Hades in bestimmten Szenen auf eine bestimmte Weise verhalten hat.

Solche Details mag ich sehr: Ich bekomme dadurch den Eindruck, dass die Autorin ihre Geschichte von Anfang bis Ende geplant und beim Schreiben keine Zufälle zugelassen hat. Oder sie schafft es außerordentlich gut, die Fragezeichen aus Band 1 nachträglich in Band 2 aufzulösen.

Auch die Charakterentwicklung hat mir in The Things Gods Break gut gefallen. Der Titel ist super gewählt, denn er kann vielschichtig interpretiert werden: Einerseits sind Menschen gegenüber den griechischen Gottheiten einfach sehr zerbrechlich und können ihren gelegentlichen Gewaltausbrüchen kaum etwas entgegensetzen, wie man im sogenannten Crucible, den Spielen der Götter mit menschlichen Champions aus Band 1, gut sehen konnte. Andererseits spielt es auch auf die Beziehungen an, die im Lauf der Handlung durch die Götter zerstört, neu aufgebaut oder verändert werden.

Lyra wächst an ihren Aufgaben und mit ihrer neuen Umgebung. Hades, dessen Perspektive wir in vereinzelten Kapiteln einnehmen, zerbricht an seinen Gefühlen und dem Versuch, nicht auszurasten (vergeblich – wie gesagt, die Götter haben eine kurze Zündschnur und neigen zu Gewaltausbrüchen). Neu dazu kommen die Titanen und andere Personen, denen Lyra im Tartaros begegnet und die einen ganz neuen Blickwinkel auf das bieten, was bisher als Realität wahrgenommen wurde. Das ist der Autorin extrem gut gelungen, ohne irgendwie konstruiert zu wirken!

Auch die vielen Anspielungen an die griechische Mythologie finde ich toll. Ich bin sicher, dass ich einige gar nicht bemerkt habe, aber die, die mir auffielen, sind extrem geschickt in die Handlung verwoben, ohne klobig, störend oder belehrend zu wirken.

Mir fällt nur ein Kritikpunkt ein, wenn ich über The Things Gods Break nachdenke: Ich hätte gern mehr Zeit mit Hades oder sogar anderen Figuren außerhalb des Tartaros verbracht. Klar, Lyra ist die Hauptfigur, in deren Kopf wir meistens stecken. Es ergibt absolut Sinn, den Fokus auf sie zu legen. Leider führt das meiner Meinung nach dazu, dass einige Ereignisse gegen Ende etwas aus dem Nichts kommen, weil wir den Weg dorthin nicht begleiten und damit besser nachvollziehen konnten.

Neben Hades wäre da beispielsweise Persephone, die Lyra im Tartaros kennenlernt, oder auch Boone, dessen Rolle in The Things Gods Break größer ist als im ersten Band. Sogar die anderen Götter aus dem ersten Band – Zeus, Hermes, Aphrodite und so weiter – hätte ich gern ein Stück weit beobachtet. Dass jemand nach so langer Zeit plötzlich in den Tartaros gezogen wird müsste doch für Aufruhr sorgen! Was passiert auf dem Olymp, während Lyra im Tartaros feststeckt?

Vielleicht wäre das Buch zu dick geworden und die Geschichte zu lang (und langweilig), wenn auf diese Perspektiven mehr Rücksicht genommen worden wäre. Es ist gut möglich, dass diese Version der Geschichte die sinnvollste ist. Ich hätte mir einfach für einige Momente etwas mehr Hintergrundgeschichte gewünscht und hoffe, dass es vielleicht in Band 3 weitere Details dazu gibt.

Beim Lesen habe ich immer wieder selbst versucht, das neue Rätsel zu lösen, vor dem Lyra nun steht, und dabei wurde mir nicht langweilig. Das Buch hatte ich innerhalb von 3-4 Tagen durch und konnte es tagsüber kaum erwarten, nach Feierabend weiterlesen zu können. Ich hatte wirklich Spaß beim Lesen! The Things Gods Break ist definitiv ein Highlight des Jahres für mich!

Jetzt warte ich wieder auf die Fortsetzung, die erst Ende 2026 erscheint – denn auch The Things Gods Break endet wieder in einem heftigen Cliffhanger!

Vielen Dank an NetGalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Titel: The Things Gods Break
Autor*in: Abigail Owen
Übersetzung: Julia Schwenk
Reihe/Band: Schattenverführt 2
Verlag: dtv
Gerne/Themen/Tropes/Altersempfehlung: Romantasy, Fantasy, griechische Mythologie, Magie, found family, forbidden love, ab 16 Jahren

Preis: 16,99 € (Hier geht’s zu Genialokal.)
ISBN: 978-3-423-44833-8
Erschienen: 01.12.2025
gelesenes Format: eBook, auch als Hörbuch und Hardcover erhältlich
Umfang: 720 Seiten
Besonderheit: Limitierte Erstauflage (Hardcover) mit Farbschnitt

This book was full of adventure, intrigue, suspense and some interesting surprises with Abigail’s amazing writing. The amount of knowledge that she must have about Greek mythology and the Titans is unreal. […] While I liked the plot twist, this book did feel a bit long at 500 pages and I feel like a lot could have been cut to keep the story alive. I also wish we had more of Hades and Lyra.

[…] somehow this author has managed to write not only one “trials-based” fantasy novel that didn’t feel derivative or overly familiar, but has now written a sequel that heavily features another competition at its heart! Like the first book, the actual trials in these tests were incredibly creative, and Lyra didn’t simply waltz through them with ease. […] What’s more, the book wisely doesn’t spend the entire story focused on these trials. Instead, the majority of the book is dedicated to fleshing out the history of the Titans and the Olympians. […] By the end, there were definite tears, and not for the characters I would have expected!

Hier könnte deine Meinung stehen!

Du hast dieses Buch auch rezensiert oder möchtest ein paar Zeilen darüber schreiben? Per E-Mail oder als Kommentar unter diesem Beitrag kannst du mir deine kurze Meinung oder den Link zu deiner Rezension zukommen lassen. Ich füge sie dann an dieser Stelle hinzu. Nicht vergessen: Deinen Link zum Blog oder Social-Media-Profil, damit meine Leser*innen dich finden können, wenn sie mehr von dir lesen wollen!

Unsere Meinungen zum Buch dürfen sich gern widersprechen! Bitte achte darauf, nicht nur den Klappentext zu kopieren.

Diese Abbildung zeigt das Cover des Buches The Things Gods Break mittig vor einem Hintergrund. Im Hintergrund zieht sich ein verzweigter Blitz quer durch einen blaugrauen Himmel. Das Buch selbst ist in Rot- und Orangetönen gehalten, in der Mitte kreuzen sich zwei Speere mit Doppelspitze vor einem Ornament. Den Rand schmücken orangefarbene Wirbel, die an Flammen erinnern. Oben steht der Name der Autorin Abigail Owen, unten der Titel The Things Gods Break und darunter, etwas kleiner, der Reihentitel Schattenverführt. In der linken unteren Ecke ist das Verlagslogo dtv.

2 Kommentare

    • Hallo Lisa,
      dann bin ich schon sehr gespannt auf deinen Eindruck nach dem Lesen! 🙂
      LG, Henrike

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert