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Nach dem fiesen Cliffhanger von Band 1, The Games Gods Play, war ich extrem neugierig auf diese Fortsetzung – es ist lange her, dass ich derart gespannt auf einen zweiten Band gewartet habe. Und das Beste? The Things Gods Break enttäuscht nicht!
Weil The Things Gods Break der zweite Band der Reihe Schattenverführt ist, enthält diese Rezension, ebenso wie der Klappentext, kleine Spoiler für Band 1, The Games Gods Play. Meine Meinung zum ersten Band findest du hier.
Wie schon im ersten Band rasen wir auch in The Things Gods Break nur so mit Lyra durch die Geschichte, einem unbekannten Strippenzieher hinterher und immer auf der Suche nach einem Weg, aus dem Tartaros herauszukommen und zu Hades zurück zu gelangen. Es hat mir großen Spaß gemacht, Lyras kurze Zeitreisen in verschiedene Momente der Vergangenheit zu verfolgen. Diese werden ausgelöst durch eine mysteriöse Macht im Tartaros. Der Schmetterlingseffekt (eine Kleinigkeit in der Vergangenheit zu verändern kann große Auswirkungen auf die Gegenwart haben) spielt eine wichtige Rolle, sodass Lyra nach und nach begreift, warum sich Hades in bestimmten Szenen auf eine bestimmte Weise verhalten hat.
Solche Details mag ich sehr: Ich bekomme dadurch den Eindruck, dass die Autorin ihre Geschichte von Anfang bis Ende geplant und beim Schreiben keine Zufälle zugelassen hat. Oder sie schafft es außerordentlich gut, die Fragezeichen aus Band 1 nachträglich in Band 2 aufzulösen.
Auch die Charakterentwicklung hat mir in The Things Gods Break gut gefallen. Der Titel ist super gewählt, denn er kann vielschichtig interpretiert werden: Einerseits sind Menschen gegenüber den griechischen Gottheiten einfach sehr zerbrechlich und können ihren gelegentlichen Gewaltausbrüchen kaum etwas entgegensetzen, wie man im sogenannten Crucible, den Spielen der Götter mit menschlichen Champions aus Band 1, gut sehen konnte. Andererseits spielt es auch auf die Beziehungen an, die im Lauf der Handlung durch die Götter zerstört, neu aufgebaut oder verändert werden.
Lyra wächst an ihren Aufgaben und mit ihrer neuen Umgebung. Hades, dessen Perspektive wir in vereinzelten Kapiteln einnehmen, zerbricht an seinen Gefühlen und dem Versuch, nicht auszurasten (vergeblich – wie gesagt, die Götter haben eine kurze Zündschnur und neigen zu Gewaltausbrüchen). Neu dazu kommen die Titanen und andere Personen, denen Lyra im Tartaros begegnet und die einen ganz neuen Blickwinkel auf das bieten, was bisher als Realität wahrgenommen wurde. Das ist der Autorin extrem gut gelungen, ohne irgendwie konstruiert zu wirken!
Auch die vielen Anspielungen an die griechische Mythologie finde ich toll. Ich bin sicher, dass ich einige gar nicht bemerkt habe, aber die, die mir auffielen, sind extrem geschickt in die Handlung verwoben, ohne klobig, störend oder belehrend zu wirken.
Mir fällt nur ein Kritikpunkt ein, wenn ich über The Things Gods Break nachdenke: Ich hätte gern mehr Zeit mit Hades oder sogar anderen Figuren außerhalb des Tartaros verbracht. Klar, Lyra ist die Hauptfigur, in deren Kopf wir meistens stecken. Es ergibt absolut Sinn, den Fokus auf sie zu legen. Leider führt das meiner Meinung nach dazu, dass einige Ereignisse gegen Ende etwas aus dem Nichts kommen, weil wir den Weg dorthin nicht begleiten und damit besser nachvollziehen konnten.
Neben Hades wäre da beispielsweise Persephone, die Lyra im Tartaros kennenlernt, oder auch Boone, dessen Rolle in The Things Gods Break größer ist als im ersten Band. Sogar die anderen Götter aus dem ersten Band – Zeus, Hermes, Aphrodite und so weiter – hätte ich gern ein Stück weit beobachtet. Dass jemand nach so langer Zeit plötzlich in den Tartaros gezogen wird müsste doch für Aufruhr sorgen! Was passiert auf dem Olymp, während Lyra im Tartaros feststeckt?
Vielleicht wäre das Buch zu dick geworden und die Geschichte zu lang (und langweilig), wenn auf diese Perspektiven mehr Rücksicht genommen worden wäre. Es ist gut möglich, dass diese Version der Geschichte die sinnvollste ist. Ich hätte mir einfach für einige Momente etwas mehr Hintergrundgeschichte gewünscht und hoffe, dass es vielleicht in Band 3 weitere Details dazu gibt.
Beim Lesen habe ich immer wieder selbst versucht, das neue Rätsel zu lösen, vor dem Lyra nun steht, und dabei wurde mir nicht langweilig. Das Buch hatte ich innerhalb von 3-4 Tagen durch und konnte es tagsüber kaum erwarten, nach Feierabend weiterlesen zu können. Ich hatte wirklich Spaß beim Lesen! The Things Gods Break ist definitiv ein Highlight des Jahres für mich!
Jetzt warte ich wieder auf die Fortsetzung, die erst Ende 2026 erscheint – denn auch The Things Gods Break endet wieder in einem heftigen Cliffhanger!
Vielen Dank an NetGalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Titel: The Things Gods Break
Autor*in: Abigail Owen
Übersetzung: Julia Schwenk
Reihe/Band: Schattenverführt 2
Verlag: dtv
Gerne/Themen/Tropes/Altersempfehlung: Romantasy, Fantasy, griechische Mythologie, Magie, found family, forbidden love, ab 16 Jahren
Preis: 16,99 € (Hier geht’s zu Genialokal.)
ISBN: 978-3-423-44833-8
Erschienen: 01.12.2025
gelesenes Format: eBook, auch als Hörbuch und Hardcover erhältlich
Umfang: 720 Seiten
Besonderheit: Limitierte Erstauflage (Hardcover) mit Farbschnitt



Hallo liebe Henrike 🙂
Bei mir liegt das Buch noch auf dem SuB und nach deiner Rezension freue ich mich jetzt umso mehr, es bald zu lesen! Das klingt, als würde wieder eine sehr spannende Geschichte auf mich warten 🫨
Liebe Grüße
Lisa
http://www.prettytigerbuch.de
https://www.instagram.com/prettytigerbuch
Hallo Lisa,
dann bin ich schon sehr gespannt auf deinen Eindruck nach dem Lesen! 🙂
LG, Henrike