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5 Kurzrezensionen: Fantasy-Bücher

Mein alter Blog WatchedStuff hat 2 Jahre pausiert, bevor ich mit Buchstabensalat einen Neustart gewagt habe. Dass ich nicht gebloggt habe, heißt aber noch lange nicht, dass ich in der Zeit keine Bücher gelesen hätte! Ich habe auch fleißig in meinem Notizbuch protokolliert, was mir gefallen hat und was nicht. Und weil es zu schade wäre, diese Bücher stillschweigend zu vergessen, möchte ich sie in einigen Kurzrezensionen aufgreifen. Diese sind thematisch zusammengefasst, sodass ihr gleich wisst, ob die besprochenen Bücher für euch interessant sein könnten.

Heute starten wir mit Fantasy-Büchern. Sie reichen von Urban Fantasy über Drachen und andere High-Fantasy-Elemente bis zur typischen Fantasy-Erotik. Viel Spaß beim Lesen – und verratet mir doch in den Kommentaren, welche Bücher hiervon ihr selbst schon gelesen habt und wie sie euch gefallen haben!


Iskari 1. Der Sturm naht – Kristen Ciccarelli

Iskari 1 - Der Sturm naht. Von Kristen Ciccarelli. Cover aus dem Heyne Verlag. Fantasy, Young Adult

Um Iskari gab es einen ganz ordentlichen Hype, als das Buch erschien. Deshalb habe ich mit dem Lesen etwas gewartet, um meine hohen Erwartungen nicht zu enttäuschen (was leider oft passiert). Lustigerweise war in der FairyLoot-Box vom November 2017 die englische Ausgabe mit dem Titel The last Namsara. Diese habe ich noch nicht gelesen, aber ein direkter Vergleich Original vs. Übersetzung wäre spannend. Mal schauen, vielleicht kommt das noch.

Iskari liest sich gut und ist unterhaltsam, aber nicht wirklich außergewöhnlich. Die Protagonistin Asha ist eine typische Young-Adult-Fantasy-Heldin: sie bekommt eine Art Schicksal präsentiert und soll ein paar Aufgaben erfüllen, ihr Charakter bleibt aber genauso wie die Nebenfiguren ziemlich flach. Die Story-Entwicklungen sollten wohl überraschend kommen, aber ich habe mehr oder weniger alle erahnt. Auch das Ende war irgendwie vorhersehbar. Es gibt 2 Folgebände, die ich noch nicht gelesen habe.


Soul Mates 1. Flüstern des Lichts – Bianca Iosivoni

Soul Mates 1 - Flüstern des Lichts von Bianca Iosivoni. Cover aus dem Ravensburger Verlag. Urban Fantasy.

Ich bin ein Fan von Bianca Iosivoni, besonders ihre New Adult Reihe Firsts liebe ich sehr. Deshalb wollte ich unbedingt wissen, wie sie sich in einem meiner anderen Lieblingsgenres macht. Soul Mates war da leider etwas enttäuschend.

Inhaltlich erinnert es ein bisschen an die Obsidian-Reihe von Jennifer L. Armentrout: während die Aliens dort „nur“ hell leuchten, können die Wesen hier in Lichtgeschwindigkeit reisen, was ich ziemlich cool finde. Das Cover dagegen finde ich überhaupt nicht gelungen. Dadurch, dass man die Gesichter der Menschen erkennen kann, wird mir als Leserin mein Kopfkino vorweggenommen. Das ist schon blöd genug, aber irgendwie passt das Gesicht, das auf dem Cover zu sehen ist, auch überhaupt nicht zu dem Bild, das die Beschreibungen in meinem Kopf entstehen lassen. Deshalb hatte ich beim Lesen immer wieder einen komischen „wie sieht sie denn nun aus?“-Moment, der natürlich den Fluss total unterbrochen hat.

Flüstern des Lichts war durchaus unterhaltsam und hatte auch einen tollen Cliffhanger. Den Nachfolger Ruf der Dunkelheit habe ich aber (noch?) nicht gelesen, obwohl ich gegen Ende sehr neugierig auf die Fortsetzung war. Vielleicht, weil das Buch insgesamt einfach durchschnittlich war und ich besseres von Bianca Iosivoni gewohnt bin.


Gilde der Jäger. Engelskuss – Nalini Singh

Gilde der Jäger 1. Engelskuss von Nalini Singh. Cover aus dem LYX Verlag. Urban Fantasy, Fantasy-Erotik

Nalini Singh ist eine der bekannteren Lyx-Erotik-Autorinnen, würde ich sagen. Mit Gilde der Jäger bringt sie zwei Aspekte der Fantasy zusammen: Engel und Vampire. Das fand ich ziemlich spannend, weshalb ich gerne mal in den ersten Band der Reihe hineingelesen habe.

Die Protagonistin Elena Deveraux ist eine ziemlich taffe Vampirjägerin, die von dem Erzengel Raphael angeheuert wird, um einen abtrünnigen Engel zu finden. Dass aus den beiden ein Paar wird, ist ja von vornherein klar.

Einen dicken Pluspunkt bekommt Engelskuss, weil die Spannung vor dem eigentlichen Akt viel mehr im Fokus steht als die Sexszenen selbst. Es ist keine ganz so platte Erotik, wie ich sie von der Autorin schon das eine oder andere Mal gelesen habe. Hoffentlich zieht sich dieses Muster durch die ganze Reihe, die zum jetzigen Zeitpunkt 12 Bände hat.

Engelskuss erinnert mich etwas an die EngelsjägerinReihe von Kira Licht, besonders die Protagonistinnen haben gewisse Ähnlichkeiten. Insgesamt erfindet Engelskuss das Rad nicht neu, aber dieses Buch bietet durchaus ein paar Stunden Unterhaltung für zwischendurch.


Wolf Shadow 1. Verlockende Gefahr – Eileen Wilks

Wolf Shadow 1, Verlockende Gefahr von Eileen Wilks. Cover aus dem LYX Verlag. Urban Fantasy. Fantasy-Erotik.

Da wir schon mal bei erotischer Fantasy sind: Wolf Shadow fällt in die gleiche Kategorie. Aber dieses Buch hat mir lange nicht so viel Spaß gemacht wie Engelskuss. Und das Level ist eigentlich nicht so schwer zu erreichen…

Während Patricia Briggs mit Mercy Thompson eine Welt geschaffen hat, in der Werwölfe, Vampire, Hexen, Menschen, … zusammentreffen und es nicht überlaufen und durcheinander wirkt, schafft Wilks dieses Kunststück mit Wolf Shadow leider nicht. Hier wirkt es einfach nur verwirrend.

Der Fokus liegt auf einer Spezialistin für übernatürliche Mordfälle bei der San Diegoer Polizei, die für einen neuen Fall Einblick in Werwolfrudel braucht und dabei an einen ach so charismatischen und anziehenden Alpha gerät – nein, sorry, hier heißen sie nicht Alphas, sondern Prinzen. Es werden auch Fanatiker und Polizei, FBI und andere Gruppierungen behandelt. Insgesamt ist es einfach nur verwirrend und nicht gut zusammengeschrieben.

Was mich aber am allermeisten stört, und das ist auch der Grund, weshalb ich die 9 Folgebände nicht lesen werde: Es gibt eine Art Gefährtenbindung zwischen Werwölfen und ihren Partner:innen. Okay, das gibt es in vielen Büchern/Filmen/Serien, die sich mit Werwölfen auseinandersetzen. Aber diese Bindung ist eine Art Zwang. Hier ist nichts mit Anziehung und Widerstehen oder doch nicht, es gilt „beuge dich dem Zwang“. Keine Chance, eine eigene Wahl zu treffen. Sowohl körperliche als auch emotionale Anziehung/Liebe wird vorgeschrieben. Das kam mir so sektenhaft vor, so abstoßend. Und im Gegensatz zu beispielsweise Jacob aus derTwilight-Reihe spielt Erotik eine große, große Rolle. Tut mir leid (eigentlich nicht wirklich), aber ich bin da eher auf der Seite von Consent und freiem Willen. So, wie es hier beschrieben wird, ist das für mich einfach nicht sexy.


Der letzte Wunsch – Andrzej Sapkowski

Der letzte Wunsch von Andrzej Sapkowski. Cover aus dem dvt-Verlag, Originalausgabe. Link in der Bildbeschreibung führt zur Verlagsseite, wo das Cover der Neuauflage zu sehen ist. High Fantasy, Kurzgeschichten.
Inzwischen gibt es vom dtv-Verlag eine Neuauflage der Reihe mit neuen Covern.

Damit dieser Post aber nicht mit so negativen Worten enden muss: Lasst uns Der letzte Wunsch aus dem Hexer-Universum anschauen. Es ist der erste von drei Kurzgeschichtenbänden, die zu den eigentlichen 5 Romanen der Reihe gehören. Es ist außerdem der Teil, der als erstes gelesen werden sollte, um halbwegs chronologisch zu lesen.

Die Hexer-Romane und auch die Kurzgeschichten, teilweise sogar aus diesem Band, bilden die Grundlage für die Netflix-Serie The Witcher, die Ende 2019 mit der ersten Staffel gestartet ist und höchstwahrscheinlich noch in diesem Jahr die zweite von 7 geplanten (aber noch nicht bestätigten) Staffeln anschließen wird. Auch die 3 extrem erfolgreichen Witcher-Games basieren auf den Büchern, wandeln aber viele Details ab.

Die Kurzgeschichten lesen sich ziemlich gut, wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat, dass es eben kein langer Fließtext ist. Das ist für mich immer erst etwas komisch. Beim Lesen bekam ich auch immer wieder das Gefühl der Welt, die in den Spielen bereist wird. (Disclaimer: Ich habe nie selbst gespielt, sondern diverse Let’s Plays verfolgt.) Die Welt ist faszinierend vielfältig, überraschend und doch immer wieder logisch, nicht zu weit hergeholt. Und dasselbe trifft auf die Charaktere zu.

Etwas schade finde ich, dass viele Zusammenhänge aus den einzelnen Episoden dieser Sammlung nicht wirklich deutlich werden. Klar, es sind nun einmal Kurzgeschichten, aber ab und zu ist nicht klar, warum diese oder jene Geschichte an dieser Stelle relevant ist und wie sie mit anderen zusammenhängt. Hoffentlich wird das in den Romanen später erklärt. Insgesamt ist Der letzte Wunsch eine großartige Zwischenduchlektüre und macht neugierig auf die Romane. Der erste Band steht übrigens längst in meinem Regal und wartet darauf, dass ich mir Zeit für ihn nehme.


Ein paar Fragen

Welche dieser Bücher habt ihr gelesen, welche liegen vielleicht auf eurem Stapel ungelesener Bücher?
Wie haben sie euch gefallen?

Und in eigener Sache:

Hat euch dieser Beitrag gefallen?
Möchtet ihr zukünftig mehr Kurzrezensionen lesen?

Schreibt mir eure Gedanken einfach in die Kommentare unten. Ich freue mich, von euch zu hören!

Titelbild: Foto von Debbie Hudson auf Unsplash, Text von mir via Canva

8 Kommentare

  1. Hey,
    deine Meinung zu Izara teile ich. Ich mochte es ganz gern, war aber etwas enttäuscht, weil ich mir mehr erhofft hatte. Ich erinnere mich auch nur noch sehr sehr vage daran, dabei ist es noch nicht SO lange her, dass ich es gelesen habe.
    Deine Meinung zum Witcher Buch entspricht genau dem, was mich bisher vom Lesen abgehalten hat. Ich bin leider einfach kein Fan von Kurzgeschichten. Wenn es keinen roten Faden oder klaren Zusammenhang gibt, dann geht mir einfach schnell das Interesse verloren. Mal schauen, ob ich trotzdem irgendwann einen Versuch wagen werde.

    Schön, wie klar du deine Meinungen in so wenig Text auf den Punkt gebracht hast, sowas lese ich richtig gerne 🙂

    • Hey,
      Izara ist eines der Bücher, die noch auf meiner „irgendwann-mal-lesen“-Liste stehen. Du hast dich entweder verlesen oder verschrieben, denn ich spreche hier über Iskari. 😀

      Mit dem Witcher geht es dir wirklich wie mir. Ich tue mich mit Kurzgeschichten immer etwas schwer (deshalb steht The Future is Female seit laanger Zeit halb gelesen bei mir herum). Diese ließen sich aber schon ganz gut lesen. Vielleicht auch, weil die Welt gern mag, in der sie spielen.

      Und danke für die lieben Worte! 🙂 Die nächsten Kurzrezensionen sind schon in Arbeit!

    • Huch, ja, die beiden verwechsel ich immer, die Titel sind mir zu ähnlich 😀 Ich meinte aber auch Iskrari.

    • Aber hast du Izara gelesen? Wenn ja, wie hat es dir gefallen?

    • Den ersten Band von Izara habe ich letzte Woche beendet und fand ihn richtig gut, ich bin sehr gespannt wie es weitergeht 🙂 Besser als Iskari 😀

    • Dann bleibt das Buch vorerst weiter auf meiner Liste stehen. 🙂

  2. […] Nachdem es letztes mal um Fantasy-Romane ging, widmen wir uns heute Science Fiction-Büchern. Wir reisen in die Zukunft, treiben im Weltall herum, erforschen ungemütliche Theorien zum Thema Tod – und vielleicht sind wir gar nicht allein auf unserem schönen blauen Planeten … Viel Spaß beim Lesen! […]

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