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Besser spät als nie: Diese Rezension habe ich schon vor einigen Jahren während meiner Blogpause geschrieben und nun überrascht festgestellt, dass ich sie nie gepostet habe. Höchste Zeit, das zu ändern!
Cover und Klappentext versprechen mehr, als Forever You halten kann. Erwartet habe ich eine frische Geschichte um eine – wie der Untertitel erahnen lässt – plötzliche Liebe. Bekommen habe ich eine trockene repetitive Story mit so zweidimensionalen Charakteren, wie ich sie lange nicht mehr erlebt habe. Wobei ich nur ungern von „Erleben“ spreche – denn Leben sucht man hier eigentlich vergebens.
Das einzige, was mir an Forever You wirklich gut gefällt, ist das Cover. Geometrische Formen sieht man momentan häufiger auf Buchcovern, gerade in diesem Genre. Und ich finde, dieses ist schön umgesetzt. Es passt nur leider so gar nicht zu der erzählten Geschichte.
Während das Cover in meinen Augen eine Geschichte um eine junge Liebe verspricht, jede Menge Herzschmerz und frische Gefühle (gerade in Kombination mit diesem Titel), bietet der Inhalt nur ständige Wiederholungen von denselben Verhaltensmustern, dröge und langweilige Charaktere, die immer wieder auf wenige Wesenszüge reduziert werden und absolut nichts, was frisch und jugendlich wirkt.
Ganz ehrlich, ich habe Forever You gelesen mit dem Ziel, es zu mögen. Ich habe nicht nach Fehlern oder Dingen gesucht, die mir nicht gefallen könnten. Trotzdem habe ich schon nach 20, 30 Seiten geschaut, wie lange das denn noch geht; wie lange ich mir das noch antun muss. Ich habe letzten Endes etwa zwei Abende zum Lesen gebraucht, was für die Länge des Buches und meine Verhältnisse echt viel ist. Und ich war froh, als ich es hinter mir hatte. Ich hatte beim Lesen einfach kaum Freude.
Einige wenige Szenen gab es, bei denen meine Hoffnung auf ein gutes Buch wieder kurz aufgeflammt ist. Das waren Momente, in denen die Figuren ausnahmsweise von ihren Mustern abgewichen sind und zur Abwechslung einmal etwas Nachvollziehbares getan haben. Leider waren diese Augenblicke so selten, dass ich mich nicht einmal daran erinnern kann, was genau passiert ist.
Stattdessen sind mir nur die Szenen in Erinnerung geblieben, in denen die Charaktere aneinander vorbei- oder überhaupt nicht miteinander geredet haben, in denen der eine sich für den anderen aufopfert – ohne dem anderen davon zu erzählen, versteht sich! – und der andere etwas tut, dass den einen darüber nachdenken lässt, was zum Teufel er sich da eigentlich antut. Außerdem scheinen die Autorin (oder die Übersetzerin oder der Verlag, wer auch immer für den Untertitel zuständig war) und ich unterschiedliche Auffassungen darüber zu haben, was „auf einmal“ bedeutet. Denn der Untertitel Auf einmal ist es Liebe trifft in meinen Augen sowas von überhaupt nicht zu.
Den Schreibstil finde ich okay. Er ist jetzt nicht besonders mitreißend oder in irgendeiner Weise außergewöhnlich, aber ich glaube, er holt das beste aus dieser schwachen Story heraus. Stellenweise musste ich tatsächlich schmunzeln!
Na ja. Ich denke, ich hätte auf dieses Buch gut und gern verzichten können. Ich habe ich an ein paar wenigen schönen Momenten und dem Cover erfreut, aber inhaltlich finde ich Forever You wirklich nicht lesenswert.
Titel: Forever You. Auf einmal ist es Liebe
Autor*in: Kathryn Freeman
Übersetzung: Sonja Fehling
Reihe/Band: –
Verlag/Plattform: beHeartbeat von Bastei Lübbe
Gerne/Themen/Tropes/Altersempfehlung: Coming of Age, Liebe, friends to lovers, ab 16 Jahren
Preis: 4,99 € (Hier geht’s zu Genialokal.)
ISBN: 978-3-7325-6184-1
Erschienen: 01.01.2019
gelesenes Format: eBook
Umfang: 352 Seiten


